Jagd auf die Varroa

Die Varroamilbe gehört in die Ordnung der Spinnentiere, vermehrt und entwickelt sich in der verdeckelten Brut des Bienenstockes und lebt parasitär auf den Bienen.

Ohne Behandlung gefährdet die Varroamilbe den Fortbestand der Bienenvölker!

Nach den heute bekannten wissenschaftlichen Erkenntnissen geht man davon aus, dass die Behandlung von Bienen gegen die Varroamilbe in den gemäßigten Klimazonen zwingend notwendig ist. Dies ist bedingt durch eine zum Winter hin abfallende Population der Bienen und eine gleichzeit noch ansteigende Population der Varroamilbe. Zusätzlich wechseln vermehrt Varroamilben auf die Bienen, weil immer weniger Brutzellen vorhanden sind, in denen sie sich bevorzugt aufhalten.

In der Biogarten-Imkerei dürfen ausschließlich 3 organische Säuren bei der Behandlung der Bienen gegen die Varroamilbe eingesetzt werden. Dies sind  Ameisensäure, Milchsäure und Oxalsäure. Da die drei verwendeten organischen Säuren wasserlöslich sind können sie sich auch nicht im Wachs anreichern. Bei der Behandlung mit anderen im Handel erhältlichen Medikamenten gegen die Varroose besteht ein erhebliches Risiko von Rückständen in Wachs und längerfristig auch im Honig. Dies könnte bewirken, dass die Milben durch den Dauerkontakt gegen diese Mittel resistent werden.

Die Behandlungsmethoden finden i.d.R. nach der letzten Honigentnahme des Jahres statt. Das bedeutet, es befindet sich kein Honig mehr in den Waben der zum Verkauf vorgesehen ist.

Beim Umgang mit Säuren sollten immer Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Gummihandschuhe, Schutzbrille und beim Versprühen der Milchsäure auch ein Mundschutz sind zur eigenen Sicherheit angebracht. Auch eine Wasserflasche zum Abspülen von Säure ist sicherlich kein Fehler.

Die Ameisensäurebehandlung erfolgt in der Regel mindestens zweimal im Jahr nach der Honigernte mit dafür geeigneten Verdunstern (z.B. Liebig-Verdunster oder Nassenheider Verdunster) da sich deren Verdunstung auf die entsprechenden Außentemperaturen durch Wahl der Filterpapiergröße einstellen lässt. Die Verdunstung über ein getränktes Schwammtuch ist nicht zu empfehlen, da durch die große Oberfläche eine unkontrollierte Verdunstung mit einem sehr starken Anstieg der Säurekonzentration stattfindet. Die Außentemperatur sollte ca. 20 Grad betragen damit eine ausreichende Verdunstung und somit auch eine ausreichende Säurekonzentration gegeben sind. Vor und nach jeder Behandlung werden die heruntergefallenen Milben auf einem weißen Kunststoffbrettchen, der so genannten „Windel“ gezählt und dadurch deren Bestand vor und nach der Behandlung errechnet.

Die Milchsäurebehandlung kann zwar bei jeder Temperatur angewendet werden, ein wesentlicher Nachteil dieser Methode ist aber, dass alle Waben eines Bienenstocks dafür gezogen werden müssen und möglichst alle Bienen mit der Milchsäurelösung eingesprüht werden müssen, da die Methode sonst nicht richtig wirkt. Außerdem wirkt sie nicht in die verdeckelte Brut hinein. Aber gerade dort sitzen die meisten Varroamilben. Diese Methode macht deshalb nur Sinn im brutfreien Zustand des Volkes.

Träufeln der Oxalsäure

Träufeln der Oxalsäure

Die Oxalsäurebehandlung wird im Biogarten nur als Träufelmethode angewendet, da sie die sicherste Methode für die Oxalsäure ist. Sie sollte möglichst bei kalten Temperaturen um 0 Grad am brutfreien Volk durchgeführt werden. Durch die Kälte ziehen sich die Bienen immer weiter zu einer dichten Traube zusammen. Dies erleichtert die Behandlung erheblich, weil die dicht beieinander sitzenden Bienen zwischen den einzelnen Waben beträufelt werden müssen. Es ist hierbei nicht erforderlich jede Bienen zu treffen, da durch den stetigen Wechsel der Bienen von der äußeren Seite der Traube nach innen die Oxalsäure in die Traube getragen wird. Dennoch ist es sinnvoll eine Spritze mit einer sehr feinen Öffnung zu verwenden um von vornherein möglichst viele Bienen zu benetzen.

Weitere Methoden der Oxalsäurebehandlung: Sprüh- und Verdampfungsmethode.

Das Sprühverfahren ist nicht empfehlenswert da es schnell zu einer Gefährdung für den Anwender führt. Die Oxalsäure kann beim Menschen über die Haut resorbiert werden. Diese kann z.B. schnell durch Windschlag ungewollt benetzt werden. Auch kann es dabei zu einer Einatmung von kleinsten Oxalsäurekristallen kommen.

Die Verdampfungsmethode hat neben der Gefahr der Inhalation von kleinsten Oxalsäurekristallen auch noch finanzielle Nachteile, da sie hohe Anfangs-investitionen benötigt und bei der Verdampfung der gesamte Bienenstock von innen kontaminiert wird.

Die Gesundheitsgefahren bei der Sprüh- oder Verdampfungsmethode und im Umgang mit der Oxalsäure sind so groß das man kein Risiko eingehen sollte. Aus diesem Grunde sollte man auch auf im Handel verfügbare Präparate zurückgreifen.

Wichtig!

Die Behandlung mit Oxalsäure muss in das „Bestandsbuch über die Anwendung von Arzneimitteln“ eingetragen werden.

Comments are closed.