Pflanze des Monats 11-2015, Wilde Karde

IMGP1648 (942x1024)

Fruchtstände der Wilden Karde

Die Natur räumt am Ende des Herbstes nicht auf, sondern läßt auf Wiesen, an Wegrändern oder Gehölzsäumen alles eintrocknen, was an Halmen, Blättern und Samenständen in den vergangenen Monaten gewachsen ist.

Ein besonders eindrucksvoller Fruchtstand ist der von der Wilden Karde mit seiner ellipsoiden Form, den vielen kleinen Samenfächern und den geschwungenen Hüllblättern. Im Biogarten lassen sich derzeit zwei Distelfinken die ölhaltigen Samen schmecken.

Wilde Karden sind 2-jährige Pflanzen, die das ganze Jahr über etwas zu bieten haben. Die diesjährigen bis zu 40 cm großen Blattrosetten leuchten vom Herbst bis zum nächsten Frühjahr hellgrün und sind mit regelmäßigen scharfen spitzen Erhebungen versehen. Im daran anschliessenden Sommer öffnen sich die ersten hellvioletten Blüten am Äquator des Blütenstandes und erblühen erst danach sowohl nach oben als auch nach unten. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge schätzen diese Blüten sehr. Continue reading

Pflanze des Monats 10-2015 Die Hundsrose

Hagebutten (768x1024)

Früchte der Hundsrose

Zu einer Zeit, in der nur noch weniges blüht, setzen die Hundsrosen mit ihren roten Früchten an langen überhängenden Zweigen einen leuchtenden Akzent in der herbstlichen Natur.

Die Hagebuttenfrüchte haben einen hohen Gehalt an Vitamin C und Karotinoiden und können frisch zu Marmelade oder Saft verarbeitet oder getrocknet als Tee verwendet werden. Das Auskratzen der mit Härchen versehenen Samen ist allerdings extrem mühsam.

Im Herbst sind Hagebutten für Vögel eine wertvolle Nahrung, im frühen Sommer werden die Blüten von vielen Insektenarten angeflogen.  Sie blühen hellrosa oder weiß, je sonniger der Standort, um so üppiger, allerdings nur einmal und nur für einen kurzen Zeitraum. Im Schatten können Blüten und Früchte ganz ausbleiben. Continue reading

Pflanze des Monats 9-2015 – Die rote Fetthenne

Fetthennenblüte mit Schmetterling (800x591)

Fetthennenblüte mit Schmetterling

Obwohl die Rote Fetthenne das ganze Jahr über im Beet etwas zu bieten hat, galt sie völlig zu Unrecht lange Zeit als altbacken.

Jetzt im Herbst blüht sie lange und ausdauernd, oft bis zum ersten Frost und je nach Sorte heller oder dunkler rosarot. Nach den ersten Frösten fallen die Blätter ab und die Stängel und Blütenschirme trocknen ein. Die verholzten Blütenkuppeln schützen nicht nur über den ganzen Winter die Triebknospen für das nächste Frühjahr, sondern bieten auch einen interessanten Anblick im Beet. Spätestens im April starten die fleischigen graugrün bereiften neuen Triebe durch und drängen die alten Stängel zur Seite – eine gute Zeit, die Stiele aus dem Vorjahr abzuschneiden. Continue reading

Pflanze des Monats 8-2015 Der Blutweiderich

Blutweiderich

Blutweiderich mit magentafarbenen Blütenähren

Am liebsten wächst der Blutweiderich in voller Sonne am Rand von Tümpeln und Teichen, auf Feuchtwiesen oder in Wassergräben.

Wilde Arten sind in Europa und Asien heimisch und blühen kräftigem Pink oder Magenta. In England werden gezüchtete Sorten gerne im Garten als Zierpflanzen eingesetzt. In Nordamerika dagegen gilt der von eingewanderten Imkern zur Beweidung von Bienen angesiedelte Blutweiderich in vielen Gebieten als exotische aber invasive Bedrohung, die einheimische Feuchtwiesenpflanzen verdrängt und im schlimmsten Fall die Fließeigenschaften von Gewässern verändert. Continue reading

Pflanze des Monats Juli-2015 – Die Stockrose

IMG_2214 Stockrose

Stockrose mit roten Blüten

Mit Höhen von 2 Metern und mehr gehört die Gartenstockrose zu den imposantesten Sommerstauden. Das Farbspektrum der Blüten reicht von weiß über gelb und rosa und bis hin zu fast schwarzen rot und lila Tönen. Bei selbst geerntetem Saatgut ist die Farbe der neuen Pflanzen allerdings immer eine Überraschung, abhängig davon, von welchen wohlmöglich andersfarbigen Pollen die Blüte bestäubt wurde.

Verwandt sind Stockrosen mit vielen anderen Malvenarten, wie dem Roseneibisch, der Wilden Malve und Gehölzen aus der Hibiskus-Familie.

Aus den Blättern vieler Malvenarten kann man einen süßsäuerlichen Tee brühen, der wegen der darin enthaltenen Gerb- und Schleimstoffe auch zur Linderung bei Erkältungskrankheiten eingesetzt wird. Continue reading

Pflanze des Monats Juni 2015 – Das Geißblatt

Lonicera (800x583)
gelbe Geisblattblüte rot überlaufen

 Vor allem in den Abendstunden verbreitet das Waldgeißblatt einen aromatisch, blumig süßen Duft, weil es sich zur Bestäubung seiner Blüten auf nachtfliegende Insekten – Nachtschwärmer und Motten – ausgerichtet hat.

Ein Hingucker sind auch die vielen großzügig geschwungenen Lippenblüten, die von blassgelb nach dunkelrot changieren können.

Das Geißblatt siedelt gerne an feuchten Waldrändern oder in Hecken, so dass die Wurzeln beschattet sind, während die Blüten soweit wie möglich dem Licht entgegen ranken. Continue reading

Pflanze des Monats Mai 2015 – Der Beinwell

Der Beinwell ist eine Wildstaude, die im Garten viel zu bieten hat. Die von blaurot und violett bis weiß changierenden Blüten bieten Nahrung für Bienen und Hummeln und die Blätter können zwei- bis dreimal im Jahr zum Mulchen oder Ansetzen nährstoffreicher Düngejauchen verwendet werden.

Beinwell1 (600x800).jpg

Beinwell mit blaurötlichen Blüten

Während Bienen den Nektar im Inneren der Blüten gut erreichen können, müssen kurzrüsselige Hummeln die Blüten seitlich anbohren.

Sind im Juni die ersten Samen gereift, kippen die abgeblühten Stängel zur Seite und die Staude treibt binnen weniger Tage aus der Mitte neu.  Das ist der ideale Zeitpunkt, die alten Stängel zu schneiden und als grünen Mulch auf Beete zu legen, um das Austrocknen der Erde zu verhindern.

Wenn die Blätter im Laufe der Zeit vertrocknen und zerkrümeln, versorgen sie die Beete mit wertvollen Nährstoffen. Wegen des hohen Gehaltes an Stickstoff und Mineralien, darunter viel Kalium, eignet sich Beinwelljauche besonders gut, um Blüten- und Fruchtbildung zu unterstützen. Continue reading

Pflanze des Monats April 2015 – Das Wiesenschaumkraut

Wiesenschaumkraut

hellviolette Wiesenschaumkrautblüte

Wiesenschaumkraut benötigt nährstoffreiche, eher feuchte Wiesen, die nicht schon früh im Jahr regelmäßig gemäht werden. Sind diese Bedingungen erfüllt, dann breitet es sich über große Flächen aus und überzieht zu Beginn des Frühlings die Wiesen mit weißen bis hellvioletten Blüten, die auf hohen Stängeln sitzen. Weil aber immer mehr wilde Wiesen trockengelegt oder aus pflegerischen Gründen früh im Jahr geschnitten werden, hat das Wiesenschaumkraut vielerorts weniger Gelegenheit Früchte auszubilden und zu keimen. Dabei sehen Wiesen voller Schaumkraut nicht nur wunderschön aus, sie bieten mit Pollen und vor allem Nektar auch früh im Jahr Nahrung für bestimmte Insekten, darunter den Aurorafalter mit seinen orangen Flügelspitzen, für den es sogar eine der Hauptwirtspflanzen ist.

Wiesenschaumkraut gehört zu den Kohlgewächsen. Wie viele andere Mitglieder dieser Familie bildet es aromatisch-scharfe Senföle aus und ist reich an Vitamin C. Die jungen Blätter und Blüten wurden schon immer als Gewürze, z.B. in Salaten oder auf Brot verwendet. Continue reading

Pflanze des Monats März 2015

Narzissen (532x800) - Kopie.jpg

Osterglocken

Die Osterglocke

Die wilde Form der Osterglocken oder gelben Narzissen beginnt im März mit der Blüte, wobei die äusseren Blütenblätter eher heller und die Nebenkronblätter eher kräftiger gelb gefärbt sind.

Die wilden Bestände z.B. in der Eifel sind streng geschützt und Ausgraben oder auch nur Pflücken verboten.

Selbst unter den wilden Formen gibt es eine Reihe von Unterarten, die sich in Farbe und Größe der Blüten und der Standortbedingungen unterscheiden. Darüber hinaus wurden von Liebhabern und im Handel hunderte neuer Formen gezüchtet, die von weiß über gelb bis orange reichen, mehrfarbig oder einfarbig, einfach oder gefüllt und vor- oder zurückgewölbt sind. Continue reading

Pflanze des Monats Februar 2015

DSCF0194

Huflattich mit den charakteristischen braunen Blattschuppen

Auf den ersten Blick sieht der Huflattich, wenn er ab Februar blüht, wie eine frühe Butterblume aus,  es fehlen aber deren charakteristische gezähnte Blätter. Dafür ist der Stängel von rotbraunen Blattschuppen umgeben, die den Austrieb gegen Kälte schützen. Grüne Blätter in Hufform treiben erst nach der Samenreife im April oder Mai. Damit gehört der Huflattich zu einer ganzen Reihe von mehrjährigen Pflanzen, die zuerst Blüten und Früchte und erst danach die Blätter ausbilden, mit denen sie Energie für das darauffolgende Jahr sammeln. Continue reading