Pflanze des Monats Juni 2018: Giersch

Der Giersch oder Geißfuß (Aegopodium podragaria) gilt als gefürchtetes Gartenunkraut.

In der Tat: hat man ihn erst einmal im Beet, wird man ihn kaum wieder los. Giersch bildet unterirdische Sprosse, sogenannte Rhizome, mit denen er sich flächig ausbreitet. Diese Rhizome, die wie weißliche Wurzeln aussehen, sind extrem regenerationsfähig. Aus jedem kleinen, beim Jäten übersehenen Stück kann sich eine neue Pflanze entwickeln. Will man Giersch loswerden, muß man sehr konsequent jeden neuen Trieb sofort ausjäten.

Giersch

Giersch

Früher wurde Giersch in der Volksheilkunde als Mittel gegen Rheuma und Gicht verwendet. Im Frühjahr kann man die jungen Blätter als spinatartiges Gemüse essen. Ältere Blätter schmecken sehr intensiv und können in geringeren Mengen als Würzkraut genutzt werden.
Giersch gehört zu den Doldenblühern, die weißen Blüten erscheinen Anfang Juni und sind bei Insekten beliebt. Das doppelt dreizählig gefiederte Laubblatt ist sehr charakteristisch, die Nebenfiedern ähneln Fausthandschuhen.

Vorkommen im Biogarten: überall, vor allem da, wo man ihn nicht haben will 😉
Vorkommen in der Natur: am Gehölzrand, frischer, nährstoffreicher Boden

Gärtnern auf kleinstem Raum: Workshop am 30.6. 2018, 14 – 17 Uhr

Zur diesjährigen Pflanzentauschbörse am 6.5. kamen auch sehr viele Leute, die nach Pflanzen und Anbautipps für ihren Balkon oder Hinterhof fragten. Dazu konnten wir am Stand vom Biogarten natürlich einiges sagen, dennoch ist das ja naturgemäß in einem Garten wie dem unseren kein Kernthema.

Deshalb weisen wir gerne hin auf eine vielversprechende Veranstaltung der Regionalgruppe Köln des VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt): “Gärtnern auf kleinstem Raum”. Eva Rödingen, langjähriges Mitglied im VEN, die seit Jahren in einem sehr kleinen Garten erfolgreich auch Gemüse, Kräuter und Obst anbaut, zeigt ganz praktisch, wie sie das macht und beantwortet (fast) alle Fragen zum Thema.

Wer also “nur” einen Balkon, ein sonniges Fensterbrett o.ä. hat, aber trotzdem auch Essbares dort ernten möchte, ist bei diesem Workshop genau richtig:

Samstag, den 30.6., 14 bis 17 Uhr.

Alte Feuerwache Köln, Kasparstraße. Raum: Großes Forum (Eingang im Innenhof).

Anmeldung erforderlich (begrenzte Teilnehmerzahl): ven-ortsgruppe-koeln@gmx.de. Unkostenbeitrag 5 €.

In der Pause gibt es Getränke und Kuchen gegen Spende, Informationen von und über den VEN und natürlich Saatgut schon für die nächste Saison.

Pflanze des Monats Mai 2018: Silberblatt

SilberblattDas Silberblatt oder der Judas-Silberling (Lunaria annua) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Ursprünglich wurde das Silberblatt aus Südeuropa als Zierpflanze eingeführt, weniger wegen der im April/Mai erscheinenden rotvioletten Blüten, als wegen der im Herbst auffallenden silbrigen, ovalen Schoten, die von Floristen gerne in Trockensträußen verwendet werden.

Die Blätter sind herzförmig, die Pflanze wird etwa 50-70 m hoch. Das Silberblatt kann sich an halbschattigen, frischen Standorten reichlich versamen. Der tagsüber nur schwach wahrnehmbare Duft intensiviert sich abends und lockt zur Bestäubung vor allem Nachtfalter an. Von diesen ernähren sich wiederum Fledermäuse.

Eng verwandt ist die mehrjährige Mondviole (Lunaria rediviva), die in Deutschland auf der roten Liste steht. Die Mondviole hat unauffälligere, blaßviolette Blüten, der Duft ist aber (auch tagsüber) geradezu umwerfend.

Vorkommen im Biogarten: in den Staudenbeeten und überall

Vorkommen in der Natur: am Gehölzrand, frischer, nährstoffreicher Boden

Pflanze des Monats April 2018: Frühlingsplatterbse

Frühlings-PlatterbseDie Frühlingsplatterbse oder auch Fasanenwicke (Lathyrus vernus) gehört zu den Lippenblütlern und wird ca. 30 – 40 cm hoch.

Sie rankt im Unterschied zu vielen anderen Wicken nicht.
Die Staude bildet im April rotviolette Blütentrauben mit ca. 10 einzelnen Blütchen, die süß duften. Im Verblühen erscheinen die Blüten blau.
Ab Frühsommer erscheinen die zierlichen Schötchen mit ihren runden schwarzen Samen. An schattigen, nährstoffreichen, nicht zu trockenen Stellen im Garten fühlt sie sich wohl und kann sich kräftig aussäen.
Die Blätter sind fiederteilig mit 3 – 4 Fiederpaaren. Besonders für Hummeln stellt sie eine wichtige Nektarpflanze dar. Für Menschen ist die Pflanze schwach giftig.

Die Frühlingsplatterbse ist relativ selten und steht in einigen Bundesländern auf der roten Liste

Vorkommen im Biogarten: ?

Vorkommen in der Natur: eher kalkhaltiger Laubmischwald, Buchenwald

Pflanze des Monats März 2018: Märzenbecher

MärzbecherDer Märzenbecher oder auch Frühlingsknotenblume (botanisch: Leucojum vernus) ist ein Zwiebelgeophyt. Er zeigt die typische Überlebenstrategie vieler (Vor) Frühlingsblüher: Die Pflanze überdauert den Sommer und Herbst als Zwiebel, in der Nährstoffe eingelagert werden, und treibt im frühen Frühjahr eine duftende Blüte, die häufig mit dem Schneeglöckchen verwechselt wird. Die Pflanze wird etwa 20 cm hoch.

Als Nektarpflanze ist der Märzbecher weniger bedeutend. Die nährstoffreichen Samenanhängsel werden, ähnlich wie beim Veilchen, gern von Insekten gefressen und die Samen dadurch verbreitet.

In der Natur ist der Märzbecher selten und steht unter strengem Schutz. Er kommt in Laubmischwäldern vor, der Boden sollte feucht, mull- und nährstoffreich und leicht sauer sein.

Die verwandte Sommerknotenblume (botanisch: Leucojum aestivum) blüht etwas (April-Mai) später, braucht noch feuchteren Boden und wird deutlich größer. Beide Knotenblumen sind – wie viele Zwiebelblumen – für den Menschen giftig.

Vorkommen im Biogarten: ?
Vorkommen in der Natur: Auen- und Laubmischwald

Pflanze des Monats Februar 2018 – Kornelkirche

Die Kornelkirsche (botanisch: Cornus mas) ist keine Kirsche, sondern gehört zu den Hartriegelgewächsen. Der sparrige Strauch kann bis zu 4 Meter hoch werden.

Kornelblüte

Kornelblüte

Im Vorfrühling, oft schon im Februar, erscheinen die kleinen gelben Blüten in Büscheln. Ihr Nektar ist eine wertvolle Nahrung für die ersten Hummeln und andere Insekten.

Im Spätsommer, etwa ab August, trägt die Kornelkirsche länglichovale, etwa 1,5 cm lange dunkelrot-violette Beeren.
Die Früchte sind roh sehr sauer, können aber gut zu Marmelade oder Saft verarbeitet werden.

Die Kornelkirsche stammt urspünglich aus Südeuropa, wird aber schon seit Jahrhunderten in Parks und Gärten gepflanzt und kommt mittlerweile auch verwildert an sonnigen Waldrändern oder in Gehölzriegeln vor. Im Naturgarten kann man die Kornelkirsche gut in eine gemischte Strauchhecke pflanzen, sie braucht aber viel Platz, um sich auszubreiten.

Standort im Biogarten: Gehölzbeet am Eingang
Standort in der Natur: Gebüsche, sonnige Waldränder

Ins Frühjahr starten beim 3. Kölner Saatgut Festival…

am 3.3.2018, 11 bis 17 Uhr, VHS Neumarkt

Beim diesjährigen SaatgutFestival gibt es u.a. jede Menge Informationen zum Thema Wildbienen, Schmetterlinge und was sie zum Leben in unserer Stadt brauchen. Natürlich auch Saatgut für insektenfreundliche Wiesen, Beete, Grünstreifen und mehr.

Der VHS Biogarten Thurner Hof wird mit einem Stand vertreten sein, an dem ihr (fast) alles über Stecklingsvermehrung erfahren könnt. Schwerpunkt hier: die von den Insekten heiß begehrten Kräuterpflanzen.

Programm zum Download

VHS Kurse Frühjahr 2018

Zum Frühjahr beginnen die neuen Kurse der VHS.

Neben der “Langzeit”-Teilnahme an den VHS Biogarten- und Imker-Arbeitskreisen

werden auch wieder interessante Tageskurse und Veranstaltungen angeboten wie:

Details zu den Kursen mit Links zur VHS Kursanmeldung findet man auch auf unseren Garten und Imkerei VHS-Seiten, sowie in unserem Terminkalender.

13.1. BarCamp “Essbare Stadt Köln”

Köln wird essbar – machst Du mit?
Wir wollen, gemeinsam mit Euch, Projekte für die Essbare Stadt in Köln vorantreiben. Ob in Kitas oder auf öffentlichen Grünflächen, ob Kartoffelacker oder Pflaumenbaum: Gemeinsam und vor Ort wollen wir erleben, wie nicht nur unser Essen, sondern auch Gemeinsinn und Initiative wachsen.

Möchtest Du in Deinem Stadtviertel, Deiner Straße, Deine Verein oder irgendwo sonst Projekte der Essbaren Stadt anschieben oder vorantreiben?
Dann kommt zum BarCamp. Hier findest du Gleichgesinnte und Mitstreitende, Tipps und Tricks von Saatgut bis Community-Building bis hin zur politischen Unterstützung für Dein Vorhaben.

Samstag 13.01.2017 / 9.30 bis 18.00 Uhr
Friedrich-Wilhelm-Gymnasium / Severinstr. 241 / 50676 Köln