Pflanze des Monats November: Lebensbaum

Der Lebensbaum ist unter seinem botanischen Namen Thuja (meistens Thuja occidentalis = abendländischer Lebensbaum) fast bekannter als unter dem deutschen Namen.
Lebensbäume sind immergrüne, mit den Zypressen verwandte Gehölze. Es gibt nordamerikanische und asiatische Arten. Als immergrüne, eher monotone Gartenhecke hat sie fast jede/r schon einmal gesehen. Thujahecken wachsen hoch und sind blickdicht, aber verkahlen bei falschem Schnitt schnell.
Für Vögel und Insekten sind sie von geringer Bedeutung, da Thujas weder nektar- oder pollenspendende Blüten noch eßbare Früchte bilden. Die schuppenartigen, duftenden Nadeln enthalten das ätherische Öl Thujon. Es kann Allergien auslösen und ist in größeren Mengen giftig. In der Naturheilkunde werden Thujanadeln gegen Warzen verwendet

Im Biogarten hat die Thuja eigentlich keine Bedeutung.
Im Biogarten Thurner Hof steht neben dem alten Herrrenhaus jedoch ein etwa 18 Meter hoher Riesenlebensbaum (Thuja plicata) mit ca. 2 m Stammumfang. Eine beeindruckende Erscheinung, und in seiner Größe dann wiederum als Nistbaum für Vögel interessant. Deswegen soll er hier erwähnt werden.

Vorkommen im Biogarten: Neben dem Herrenhaus
Vorkommen in der Natur: nicht in Europa

Pflanze des Monats September: Eisenkraut

Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) ist eine alte Heilpflanze. Sie enthält ätherische Öle, Bitterstoffe und Schleimstoffe. In der Volksmedizin wird sie zur Stärkung des Immunsystems, bei Verdauunungsproblemen und zur Blutreinigung eingesetzt.

Die kleinen, blaulila Blüten erscheinen im Spätsommer. Eisenkraut gehört zu den Ruderal- oder Pionierpflanzen, den ersten, die sich auf einer offenen Fläche entwickeln. In einer geschlossenen Pflanzendecke kann sich das Eisenkraut nicht halten. Als Zierpflanze ist die südamerikanische Verwandtschaft, das patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis) beliebt.

Vorkommen im Biogarten: Im Kräuterbeet

Vorkommen in der Natur: An sonnigen, offenen, nährstoffreichen Stellen

 

Pflanze des Monats August 2018: Kugeldistel

Kugeldisteln (Echinops ritro, E. bannaticus) sind wie alle Disteln echte Magneten für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und sollten in keinem Sommergarten fehlen. Schön sind sie in der Kombination mit gelben Sonnenhüten oder weißer Prachtkerze.
Die hohen Stauden mit ihren kugelrunden blauen Blütenköpfen sind recht kurzlebig, die einzelne Pflanze wird nur wenige Jahre alt. Durch Selbstaussaat sorgt die Distel für reichlich Nachwuchs, der auf lehmigem Boden auch lästig werden kann. Im Unterschied zu anderen Disteln piekt die Kugeldistel nicht sehr.


Vorkommen im Biogarten: in den Staudenbeeten
Vorkommen in der Natur: Süd- und Südosteuropa, sonnige, nährstoffreiche Flächen

Pflanze des Monats Juli 2018: Stachelbeere

Stachelbeere

Stachelbeere

Stachelbeeren (Ribes uva-cripa) gibt es in etlichen Zuchtformen, in grünen, gelben und rötlichen Sorten, mit deutlich süßerem Geschmack als die Wildform. Es gibt sogar Neuzüchtungen ohne Dornen. Richtig, denn „Stachel“beeren haben Dornen, also verkürzte spitze Zweige und keine Stacheln. Stacheln sind Auswüchse der Rinde und lassen sich im Gegenzug zu Dornen leicht abbrechen.
Wie die meisten Beerensträucher brauchen Stachelbeeren einen halbschattigen, humosen, nicht zu trockenen Platz im Garten. Man pflanzt sie am besten im Herbst. Eine Kompostgabe oder (organischen) Dünger im frühen Frühjahr erhöht den Fruchtansatz. Die Blüten sind klein, grünlich und unscheinbar.
Die Stachelbeere ist eng mit der Johannisbeere verwandt. Es gibt sogar Kreuzungen mit der Schwarzen Johannisbeere, die sogenannten Josta-Beeren.

Vorkommen im Biogarten: in den Beerenbeeten
Vorkommen in der Natur: Gebüsch und Waldränder

Pflanze des Monats Juni 2018: Giersch

Der Giersch oder Geißfuß (Aegopodium podragaria) gilt als gefürchtetes Gartenunkraut.

In der Tat: hat man ihn erst einmal im Beet, wird man ihn kaum wieder los. Giersch bildet unterirdische Sprosse, sogenannte Rhizome, mit denen er sich flächig ausbreitet. Diese Rhizome, die wie weißliche Wurzeln aussehen, sind extrem regenerationsfähig. Aus jedem kleinen, beim Jäten übersehenen Stück kann sich eine neue Pflanze entwickeln. Will man Giersch loswerden, muß man sehr konsequent jeden neuen Trieb sofort ausjäten.

Giersch

Giersch

Früher wurde Giersch in der Volksheilkunde als Mittel gegen Rheuma und Gicht verwendet. Im Frühjahr kann man die jungen Blätter als spinatartiges Gemüse essen. Ältere Blätter schmecken sehr intensiv und können in geringeren Mengen als Würzkraut genutzt werden.
Giersch gehört zu den Doldenblühern, die weißen Blüten erscheinen Anfang Juni und sind bei Insekten beliebt. Das doppelt dreizählig gefiederte Laubblatt ist sehr charakteristisch, die Nebenfiedern ähneln Fausthandschuhen.

Vorkommen im Biogarten: überall, vor allem da, wo man ihn nicht haben will 😉
Vorkommen in der Natur: am Gehölzrand, frischer, nährstoffreicher Boden

Pflanze des Monats Mai 2018: Silberblatt

SilberblattDas Silberblatt oder der Judas-Silberling (Lunaria annua) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Ursprünglich wurde das Silberblatt aus Südeuropa als Zierpflanze eingeführt, weniger wegen der im April/Mai erscheinenden rotvioletten Blüten, als wegen der im Herbst auffallenden silbrigen, ovalen Schoten, die von Floristen gerne in Trockensträußen verwendet werden.

Die Blätter sind herzförmig, die Pflanze wird etwa 50-70 m hoch. Das Silberblatt kann sich an halbschattigen, frischen Standorten reichlich versamen. Der tagsüber nur schwach wahrnehmbare Duft intensiviert sich abends und lockt zur Bestäubung vor allem Nachtfalter an. Von diesen ernähren sich wiederum Fledermäuse.

Eng verwandt ist die mehrjährige Mondviole (Lunaria rediviva), die in Deutschland auf der roten Liste steht. Die Mondviole hat unauffälligere, blaßviolette Blüten, der Duft ist aber (auch tagsüber) geradezu umwerfend.

Vorkommen im Biogarten: in den Staudenbeeten und überall

Vorkommen in der Natur: am Gehölzrand, frischer, nährstoffreicher Boden

Pflanze des Monats April 2018: Frühlingsplatterbse

Frühlings-PlatterbseDie Frühlingsplatterbse oder auch Fasanenwicke (Lathyrus vernus) gehört zu den Lippenblütlern und wird ca. 30 – 40 cm hoch.

Sie rankt im Unterschied zu vielen anderen Wicken nicht.
Die Staude bildet im April rotviolette Blütentrauben mit ca. 10 einzelnen Blütchen, die süß duften. Im Verblühen erscheinen die Blüten blau.
Ab Frühsommer erscheinen die zierlichen Schötchen mit ihren runden schwarzen Samen. An schattigen, nährstoffreichen, nicht zu trockenen Stellen im Garten fühlt sie sich wohl und kann sich kräftig aussäen.
Die Blätter sind fiederteilig mit 3 – 4 Fiederpaaren. Besonders für Hummeln stellt sie eine wichtige Nektarpflanze dar. Für Menschen ist die Pflanze schwach giftig.

Die Frühlingsplatterbse ist relativ selten und steht in einigen Bundesländern auf der roten Liste

Vorkommen im Biogarten: ?

Vorkommen in der Natur: eher kalkhaltiger Laubmischwald, Buchenwald

Pflanze des Monats März 2018: Märzenbecher

MärzbecherDer Märzenbecher oder auch Frühlingsknotenblume (botanisch: Leucojum vernus) ist ein Zwiebelgeophyt. Er zeigt die typische Überlebenstrategie vieler (Vor) Frühlingsblüher: Die Pflanze überdauert den Sommer und Herbst als Zwiebel, in der Nährstoffe eingelagert werden, und treibt im frühen Frühjahr eine duftende Blüte, die häufig mit dem Schneeglöckchen verwechselt wird. Die Pflanze wird etwa 20 cm hoch.

Als Nektarpflanze ist der Märzbecher weniger bedeutend. Die nährstoffreichen Samenanhängsel werden, ähnlich wie beim Veilchen, gern von Insekten gefressen und die Samen dadurch verbreitet.

In der Natur ist der Märzbecher selten und steht unter strengem Schutz. Er kommt in Laubmischwäldern vor, der Boden sollte feucht, mull- und nährstoffreich und leicht sauer sein.

Die verwandte Sommerknotenblume (botanisch: Leucojum aestivum) blüht etwas (April-Mai) später, braucht noch feuchteren Boden und wird deutlich größer. Beide Knotenblumen sind – wie viele Zwiebelblumen – für den Menschen giftig.

Vorkommen im Biogarten: ?
Vorkommen in der Natur: Auen- und Laubmischwald

Pflanze des Monats Februar 2018 – Kornelkirche

Die Kornelkirsche (botanisch: Cornus mas) ist keine Kirsche, sondern gehört zu den Hartriegelgewächsen. Der sparrige Strauch kann bis zu 4 Meter hoch werden.

Kornelblüte

Kornelblüte

Im Vorfrühling, oft schon im Februar, erscheinen die kleinen gelben Blüten in Büscheln. Ihr Nektar ist eine wertvolle Nahrung für die ersten Hummeln und andere Insekten.

Im Spätsommer, etwa ab August, trägt die Kornelkirsche länglichovale, etwa 1,5 cm lange dunkelrot-violette Beeren.
Die Früchte sind roh sehr sauer, können aber gut zu Marmelade oder Saft verarbeitet werden.

Die Kornelkirsche stammt urspünglich aus Südeuropa, wird aber schon seit Jahrhunderten in Parks und Gärten gepflanzt und kommt mittlerweile auch verwildert an sonnigen Waldrändern oder in Gehölzriegeln vor. Im Naturgarten kann man die Kornelkirsche gut in eine gemischte Strauchhecke pflanzen, sie braucht aber viel Platz, um sich auszubreiten.

Standort im Biogarten: Gehölzbeet am Eingang
Standort in der Natur: Gebüsche, sonnige Waldränder