Schneiden oder nicht schneiden, das ist im Herbst die Frage…

Fetthennentriebe im Herbst (800x589)

Triebe der Fetthenne im Herbst

… die sich viele Gärtner/innen beim Blick auf die Staudenbeete stellen. Wer aber Stauden, Insekten,Vögel und auch das Bodenleben den Winter über unterstützen und schützen möchte, der sollte seine Beete im Herbst eher nicht abräumen.

Asterntriebe im Herbst klein (800x600)

Asterntriebe im Herbst

  • Viele herbstblühende Stauden treiben im Herbst schon für den kommenden Frühling  und erhalten in der Natur die eingetrockneten Stängel als natürlichen Schutz gegen die Einflüsse des Winters, besonders gegen Frost bei gleichzeitigem Wind und/oder Sonnenschein. Denn die grünen Blätter verdunsten auch im Winter Wasser – besonders wenn zusätzlich die Sonne die Blätter erwärmt – können aber kein Wasser aus der gefrorenen Erde ziehen und vertrocknen.

Eingetrocknetes Staudenlaub beschattet dagegen den neuen Austrieb, lenkt den Wind ab und hält eine kleine Glocke mit höherer Luftfeuchtigkeit oberhalb der neuen Triebe.

Stauden, die so geschützt über den Winter kommen, treiben früher und kräftiger aus, als solche, die im kahlen Boden überwintern.

Eingetrocknete Stängel und Blütenköpfe dienen aber auch Käfern und anderen Insekten als Überwinterungsquartier und die Samen in den Blütenköpfen werden über den Winter von Vögeln gefressen.

Die oberste Bodenschicht und die darin lebenden Mikroorganismen werden besser vor Austrocknen und heftigen Temperaturschwankungen durch Frost und Erwärmung bei Sonnenschein geschützt und halten so das Bodenleben aktiv.

Und im nächsten Frühjahr lassen sich die Standorte von vielen Stauden leichter bestimmen, wenn noch die eingetrocknete Blütenköpfe vorhanden sind, z. B. Bei unterschiedlich hohen Astern oder  bei Phlox und Indianernessel.

Es gibt also viele Gründe, im Herbst die Stauden nicht herunterzuschneiden, sondern möglichst so zu überwintern, wie die Natur es machen würde, die ja auch nicht vor dem Winter das alte Laub aus den Beeten entfernt.

Da Gärtner/innen aber gerne auch ästhetische Aspekte in die Beetgestaltung einbeziehen, könnte ein Kompromiss sein, nur diejenigen Stängel wegzuschneiden, die schief stehen oder aus den eingetrockneten Horsten herausragen.

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2 Responses to Schneiden oder nicht schneiden, das ist im Herbst die Frage…

  1. Cordula Ströher-Goldenbow says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    vielen Dank für diesen Artikel. Tatsächlich mache ich es in meinem Garten mit den Stauden genau so, wie Sie empfehlen; speziell um Insekten “Winterschlafstuben” anzubieten. Leider habe ich bisher noch keine Informationen gefunden, ab wann ich, ohne den Winterschläfern zu schaden, die Stauden im Spätwinter dann abschneiden kann.
    Ich wäre froh, wenn Sie hierzu einen Hinweis geben könnten.
    Vielen Dank!

  2. Bea Frenzke says:

    Liebe Frau Ströher-Goldenbow,

    Um den frühestmöglichen Zeitpunkt für das Abräumen der Staudenbeete zu bestimmen, müßte man in die Zukunft sehen können, um zu wissen, ab wann im Frühjahr keine schweren Fröste mehr in Ihrer Gegend auftreten werden.

    Gelegentlich habe ich in Büchern oder im Fernsehen Empfehlungen für Mitte bis Ende Februar gesehen. In vielen Gegenden kann es aber auch Anfang März noch mal heftigen und langanhaltenden Frost geben.

    Was halten Sie davon, wenn Sie abwarten, bis Sie die ersten Käfer im Garten sehen, die sich dazu entschieden haben, den Winterschlaf zu beenden?

    Und wenn die alten Staudenstengel erst mal nur locker auf dem Kompost geschüttet werden, haben Insekten immer noch Zeit, aus ihren Winterquartieren rauszuklettern, sobald sich Luft und Boden genug erwärmt haben.

    Ich selber habe heute (Mitte Februar) bei den warmen Temperaturen im Rheinland begonnen, im Frühlingszwiebelbeet erstes altes Laub vorsichtig zu entfernen, während in allen anderen Beeten die Staudenstengel noch mindestens eine Woche stehenbleiben. Denn Käfer habe ich noch keine gesehen. Erste Hummeln und Bienen sind aber wohl schon vor ein paar Tagen bei Sonnenschein geflogen.

    MfG
    Bea Frenzke

    Bea Frenzke

    für den ehrenamtlichen Kölner VHS-Arbeitskreis Biogarten

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